«Little Heartbreaker»

Es ist kein typischer Heartbreaker-Song, mit dem Martina Linns drittes Album «Win What Yesterday Lost» startet. Denn es ist eben nur ein kleiner Herzensbrecher, um den es da geht, und mit dem wird musikalisch knackig und witzig abgerechnet. Statt sich dem Liebeskummer hinzugeben, wird er hier in Stärke umgewandelt. «Mit zunehmendem Alter wird man härter im Nehmen und lässt sich von (Liebes-)Wirrungen und Irrungen nicht mehr so schnell unterkriegen», sagt Martina Linn. Gerade dann nicht, wenn es sich – wie hier – um einen offensichtlich verkorksten und ziemlich überheblichen Typen handelt. Und was für die Erfahrungen mit der Liebe, gilt auch für die musikalische Entwicklung. Denn mit dem neuen Album hat Linn einen Schritt gewagt, den nur machen kann, wer sich auf sich verlässt und sich immer weniger darum schert, was andere von einem denken und reden: «Auf der Bühne kannst du dir keine Unsicherheiten erlauben. Negative Erfahrungen in positive umwandeln, das ist eine Lebensschule und meine Lebensaufgabe.»

Einen weiteren Schritt macht Martina Linn im März auch im realen Leben: Sie reist nämlich für drei Monate nach Amerika. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten will sie die Weite suchen und zugleich auch ihre musikalischen Wurzeln, um sich inspirieren zu lassen und den eigenen Sound zu konturieren. «Mein drittes Album ist stark geprägt von Americana und ich möchte diesen Roots auf die Spur kommen. Leute kennenlernen, ihnen zuhören, mit ihnen jamen.» Der Hut, den sie auf dem Album-Cover und auch im Little-Heartbreaker-Video trägt, ist dabei so etwas wie ein Maskottchen und ein Wegweiser. Erhalten hat sie ihn nämlich vom Gitarristen von Curtis Harding, Tyler Morris, nachdem dieser ein Konzert von ihr besucht hatte und meinte: «You earn it.» Wir dürfen gespannt sein, was für Songs sie nach ihrem Amerika-Aufenthalt aus ihrem Hut zaubern wird!