Wenn die Reise zum Selbstzweck wird, dann tun sich neue Welten auf. Anna Mae vertont diese Welten in ihrem neuen Album «Sole Traveller» auf wunderbare Art und Weise.
Die Reise als Selbstzweck, Reisen um des Reisens Willen: Keiner hat das Reisen derart authentisch und konsequent in den Mittelpunkt seines gesamten künstlerischen Schaffens gestellt, wie Beat-Ikone Jack Kerouac. Natürlich waren da seine musikalischen «Geschwister im Geist» Bob Dylan und Joni Mitchell; später präsentierte Bruce Springsteen mit «Born to Run» ein weiteres ikonisches Werk, in welchem einzig und allein das Unterwegssein im Vordergrund stand.
Aber dann, ja dann kam lange nichts mehr in Sachen Reise-Soundtrack. Zumindest, wenn es – eben – um das Reisen an sich gehen sollte. Und nicht um irgendwelche metaphorischen oder gar metaphysischen Trips.
Und jetzt steht da eine Luzernerin, Jahrgang 1990, und singt: «Es scheint, als käme ich daheim an, je weiter ich gehe.» Plötzlich ist sie wieder da: Die pure, reine Lust am Reisen. Die Reise als Selbstzweck, das Reisen um des Reisens Willen. «Sole Traveller» heisst der zweite Longplayer von Anna Mae. 12 Songs stark ist das Album. Jeder Song erzählt seine eigene Geschichte, jede dieser Geschichten darf als Etappe auf einer einzigen grossen Reise gelesen werden.
Musikalisch ist «Sole Traveller» tief und fest in der Welt des Country und Americana verwurzelt. Zusammen mit dem Produzenten-Duo Phonsos, hinter dem die Masterminds Marco Jencarelli und Tobi Gmür stecken, hat Anna Mae ein Werk erschaffen, dass vom ersten bis zum letzten Ton Handarbeit ist. Vertonte Leidenschaft zur Musik, zum Leben – und natürlich: zur Freiheit wie man sie nur auf Reisen verspüren und verinnerlichen kann.

