Auf seinem neusten Soloalbum – aufgenommen im Studio von Mark Knopfler mit dem Produzenten u.a. von Bon Jovi – verdichtet Shädy 40 Jahre Rockmusik in 12 kraftvolle Tracks.
Wir wollen ehrlich sein: Shädy hat in der Schweizer Hardrock-Szene nie das Standing eines Marc Storace oder eines Steve Lee (†2010) erreicht. Aber der Sänger aus Biel hat als Frontmann von zahlreichen Rockbands und vor allem als Solokünstler – bisweilen unter dem Künstlernamen David Leach – mindestens ebensoviel bewegt, wie die beiden wohl grössten Stimmen, welche Swiss Hardrock je hervorgebracht hat. Mit «Desire» legt Shädy nun ein neues Soloalbum vor, das eindrücklich zeigt, wie sich eine mehr als 40 Jahre dauernde Karriere und lebenslange Leidenschaft für Rockmusik in 12 kraftvollen Tracks verdichten lassen.
«Desire» ist ein Werk, das von einer eindrücklichen Reife zeigt. Wo andere Weltstars des Hardrock mit Wurzeln in den 80er- und 90er-Jahren heute nur noch als Karikatur ihres jugendlichen Ichs unterwegs sind, hat Shädy den Mut, die Stromgitarre über weite Strecken in die Ecke zu stellen und Akustik, Streichern und Slides mehr Raum zu geben. Wie etwa in den wunderbar leichtfüssigen Nummern «Say What You Say», «Ice Is Broken», oder «Little Sunshine». In «Higher & Higher» findet neben der Stimme von Duettpartnerin Jasmin sogar eine Mandoline Platz.
Shädy gelingt es auf seinem neuen Album vom ersten bis zum letzten Ton, Zuversicht zu versprühen. Auch wenn der Blick in den Rückspiegel des Lebens manchmal schwer sein mag: Tracks wie «Cryin’ For Love» zeugen von der grossen Kraft, welche nicht nur Liebe, sondern auch Musik entfalten kann. Er weiss: Wenn «Ice Is Broken», dann ist alles möglich – kitschiger Sonnenuntergang in «Malibu» inklusive. Jenem Sehnsuchtsort jedes Rockers, in dessen Seele eine dezente Liebe für einen Hauch von Kitsch mitschwingt.
Aber eben: Sentimental wird Shädy auf «Desire» nie. Er weiss: «I Don’t Wanna Live Forever», und intoniert das in einer grossartigen Ballade. Um mit Tracks wie «Flying Out» – und natürlich im Titeltrack «Desire» – mit viel Lust und Energie eindrücklich zu beweisen, dass er auch nach mehr als 40 Jahren im Geschäft noch sehr wohl weiss, wo der Rock-Hammer hängt. Und ihn mit Freuden schwingt!
Seine ersten Spuren hat Shädy aus Biel in den frühen 80ern unter dem Künstlernamen David Leach als Gitarrist bei der Band Geneva gezogen; ein Abenteuer, das ihn bereits ein erstes Mal in die USA führte. Später gründete er mit damals amtierenden sowie ehemaligen Krokus-Mitgliedern unter anderem Ain’t Dead Yet, Dog Eat Dog (nicht zu verwechseln mit den gleichnamigen Crossover-Vätern aus New Jersey), und Grand Mothers Painkiller. Gleichzeitig trieb er in den 90ern seine Solokarriere voran. Von 2010 stand er nach längerer Schaffenspause als Sänger der Bieler Rockband Shadox auf der Bühne – um jetzt mit seinem neusten Solo-Album «Desire» seiner Solokarriere noch einmal so richtig Schub zu verleihen.

