Blues in Mundart? Natürlich – das kann nicht nur der Bluesmax. Im Gegenteil: Pascal Geiser beweist mit ganz viel Wind in den Segeln, dass da ganz viele Spielarten möglich sind.
«Mer gönd witter, was üs zrugg hebt, gämmer uf»: Ach, wie einfach ist es doch manchmal, ein ganzes Leben – oder im vorliegenden Fall gar deren zwei – in einem Satz zu verdichten. Die Zeile aus Pascal Geisers neustem Song «Egal wohär de Wend chonnt» darf als eine Art Zusammenfassung verstanden werden, was der Solothurner Bluesman in den letzten Jahren durchgemacht hat – und was er jetzt musikalisch für uns bereit hält.
Der Mann, der seit bald 40(!) Jahren in verschiedenster Art und Weise musikalisch unterwegs ist, der mehrfach für sein Wirken als Bluesmusiker ausgezeichnet wurde und auch mal problemlos ein Blues-Album aufs Podest-Treppchen der Schweizer Albumhcharts setzen kann, schlägt mit «Egal wohär de Wend chonnt» kurzerhand ein komplett neues Kapitel in seinem musikalischen Schaffen auf: Blues in Mundart.
Was man hierzulande vor allem in der poetisch einzigartigen Form von Bluesmax kennt, tönt bei Geiser dann doch etwas mehr nach Stadion. Da schwingen Anklänge von Rock und Americana mit – so wie wir das halt von seinen bisherigen Releases kennen. Jetzt verpackt Geiser also mit seinem druckvollen und energiegeladenen Sound neue Geschichten, die das Leben schreibt – und die es verdient haben, ohne die Hilfe des Google Translators verstanden zu werden.
«Egal wohär de Wend chonnt» ist die logische Vorab-Single im Hinblick auf den Release des elf Tracks starken Longplayers «D’Wäut cha cho»: Ein Song, der für Aufbruch steht, für den Blick vorwärts – und das unerschütterliche Vertrauen in die richtigen Weggefährten.
Einer dieser Gefährten auf dem Weg zum nächsten Meilenstein in der Karriere des Pascal Geiser ist Reto Burrell: Er hat «Egal wohär de Wend chonnt» und die weiteren Songs für «D’Wäut cha cho» produziert. Gerade in «Egal wohär de Wend chonnt» ist die musikalische Handschrift des helvetischen Americana-Pioniers unüberhörbar.
Ganz offensichtlich haben sich hier zwei Masterminds gefunden, bei denen puristische Diskussionen um korrekte stilistische Schubladen seit jeher hinten anstehen müssen. Viel wichtiger ist ihr einzigartiges Gespür dafür, grossartigen, erschütternden und tiefgreifenden Geschichten aus dem Leben das passende musikalische Kleid zu verpassen. «Egal wohär de Wend chonnt» ist einer dieser Songs – und er macht richtig Lust auf mehr. Ja, «D’Wäut cha cho».

