Zuerst die Reiselust. Wild und frei, schier zwanghaft. Irgendwann weicht dieser Zwang der Freude am reinen Umherstreifen. Mit «Roam» widmet Anna Mae diesem Gefühl einen wunderbaren Song.
Auf, los, raus! Weg von hier, in die scheinbar grenzenlose Freiheit, ruft das Reisefieber. Die Seele, der Geist, der ganze Körper dürsten nach Weite, nach Neuem, nach Entdeckungen. Zu eng scheint das Korsett, in welchem wir alle hier feststecken.
«Travelling» hat die Devise denn auch bei Anna Mae geheissen – und Erfolg gebracht. Die Single der Songwriterin und Sängerin aus Leidenschaft sorgte im positiven Sinn für Aufsehen. Ebenso später der Nachfolger «Wild And Free». Die Welt steht der Frau mit grossem Herzen und der Bereitschaft, für ihre Träume auch beschwerlichste Wege unter die Füsse zu nehmen, offen.
Doch Anna Mae ist lange genug im Geschäft, um zu wissen: Unbändige Reiselust und wilde Suche nach Freiheit führen nicht nur in die Ferne. Auch wenn der Weg in die Zukunft weist und die geografische Distanz zum Ausgangspunkt der Reise gross und grösser wird, führt die Reise des Lebens bisweilen mit jedem Schritt, den frau geht, näher zur Heimat.
Es scheint, als komme man dem Zuhause immer näher, je weiter man reise. So singt es Anna Mae in ihrer neuen Single «Roam». Ein berührender Lagerfeuer-Track, in welchem der Drang der unbändigen Reiselust dem unbeschwerten Gefühl des scheinbar planlosen Umherstreifens weicht.
Womit wir wieder bei der Reise als Selbstzweck ankommen, beim Reisen um des Reisens Willen. So wie es Jack Kerouac in seinen Büchern, aber auch Bob Dylan oder Joni Mitchell und später Bruce Springsteen in ihren Liedern so treffend beschrieben haben.
Im Geist dieser ewig Reisenden – oder eben Umherstreifenden – hat Anna Mae heuer ihr Album «Sole Traveller» veröffentlicht, aus welchem sie mit «Roam» die nächste musikalische Perle auskoppelt.
Tina Turner, Hank Williams oder Edith Piaf zählt Anna Mae als Inspiration auf. In Frankreich, England oder Nordamerika; an Shows wie jener an der Canadian Music Week in Toronto oder auf einer dreiwöchigen Tour durch den Mittleren Westen der USA inklusive ihrer Künstlerresidenz in Chicago hat sie ihren Rucksack mit Geschichten und Liedern gefüllt. Und macht in «Roam» klar: «Alles, was ich brauche, ist zu sehen, woraus die Welt gemacht ist. So lange werde ich eine Reisende bleiben, Hände schütteln, zum Abschied winken und weiterziehen.»
Weiterziehen wird Anna Mae also auf dem Weg heim zu sich selber. Schön, lässt sie uns mit ihren musikalischen Tagebucheinträgen an dieser Reise teilhaben.

