War früher wirklich alles besser? Schwierig – schliesslich hat uns das Früher zum Heute wachsen lassen. «Schoufänschter», die neue Single von George, geht mitten ins Herz.
«Z Läbe isch iz angers, das gsehni ou i», singt George in seiner neuen Single «Schoufänschter». Um sogleich anzufügen: «Mängs isch für mi haut denn schöner gsi.» Fast könnte man meinen, er hadere mit dem Hier, Heute und Jetzt, wenn man diese Zeilen in seiner neuen Single hört. «I gseh mi hüt no vor däm Schoufänschter stah; wie d’Mueter denn mini Hang het gha. Hei nid viu gha, aber nüt het üs gfäut. I würd mängisch gärn wieder zrugg, i die früecheri Wäut.»
Wer «Schoufänschter» jedoch als nostalgische Gefühlsduselei abtut, hat die Tiefe nicht erfasst, die sich in dieser grossartigen Ballade auftut, die Schwyzerörgeli-Papst Dänu Thürler mit seinem Instrument so wunderbar veredelt. Es ist das Werk eines Menschen, der dazu steht, dass ihm vieles in der Welt des Jahres 2026 nicht immer behagt, dass er Zweifel und Fragen hat – und zurecht darüber nachdenkt, warum wir als Gesellschaft so Vieles, was uns einst gut tat, in all den Jahren so leichtfertig über Bord geworfen haben. Werte wie Demut oder Bescheidenheit – oder die simple Fähigkeit, zu staunen.
Dass ausgerechnet «Schoufänschter» die neue Single aus Georges aktuellem Album «Mis wahre Gsicht» geworden ist, ist kein Zufall. «Neben ‹Die alte Poete› hat kein Song auch nur ansatzweise so viele Rückmeldungen ausgelöst, wie ‹Schoufänschter›», sagt George. Mit anderen Worten: Es waren die treuen Fans des Buuregiel aus dem Berner Seeland, die «Schoufänschter» zur zweiten Single von «Mis wahre Gsicht» auserkoren haben. Und George im Jahr nach dem Verlust seiner Mutter ein ganz besonderer Beistand wurde. Sie starb 2025 im Alter von 97 Jahren. Mit dem Lied «Schoufänschter» hat der Filius der Mama ein einzigartiges Denkmal gewidmet.

